Ab dem Jahr 2015 gibt einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Jeder Arbeitnehmer bekommt dann mindestens 8,50 € pro Arbeitsstunde. Was sollten Sie dazu wissen?

1. Was tut Quick-Lohn?

Das Programm warnt Sie, wenn es feststellt, dass der Mindestlohn bei einem Arbeitnehmer unterschritten wird.

2. Welche Lohnbestandteile zählen zum Mindestlohn?

Wichtig ist, dass beispielsweise steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge nicht dazu zählen. In Quick-Lohn sind diese Lohnarten entsprechend geschlüsselt. So kann es passieren, dass ein Arbeitnehmer im Durchschnitt 10 Euro bekommt, er aber dennoch den Mindestlohn unterschreitet. (Siehe auch https://www.mindestlohn.de/hintergrund/faq/)

Quick-Lohn Anwender mit selbst angelegten Lohnarten überprüfen bitte unter Stammdatenverwaltung / Lohnarten, ob die verwendeten Lohnarten im Feld >Mindestlohn< korrekt geschlüsselt sind.

3. Was muss ich als Arbeitgeber dokumentieren?

Für jeden geringfügig Beschäftigten muss ab jetzt Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit dokumentiert, zu den Entgeltunterlagen genommen und mindestens 2 Jahre lang aufbewahrt werden. So steht es im Gesetz.

Übrigens: Bei den Branchen, in denen der Arbeitgeber eine Sofortmeldung abgeben muss (Baugewerbe, Gaststätten, ..., siehe Gesetz), gilt diese Dokumentationspflicht für alle Arbeitnehmer.

4. Was muss ich bei geringfügig Beschäftigten beachten?

Aus dem Mindestlohn ergibt sich, dass ein geringfügig beschäftigter Arbeitnehmer maximal 52,9 Stunden pro Monat arbeiten darf (450 € / 8,50). Arbeitet er mehr Stunden, müsste er mehr als 450 € verdienen und würde somit versicherungspflichtig. Um weiterhin geringfügig zu bleiben, müsste die Arbeitszeit verkürzt werden.

5. Wer prüft den Mindestlohn?

Der Zoll prüft die Einhaltung des Mindestlohn - auch in den Branchen, die bisher nichts mit dem Zoll zu tun hatten.

6. Für welche Arbeitnehmer gelten Ausnahmen vom Mindestlohn?

Für Auszubildende, Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten 6 Monate der Beschäftigung, Praktikanten im Pflichtpraktikum, andere Praktikanten wenn das Praktikum maximal 3 Monate dauert. Außerdem gelten bis Ende 2017 in Branchen, in denen ein niedrigerer Tariflohn vereinbart wurde, der als allgemeinverbindlich erklärt wurde, die Vereinbarungen weiter. Genau nachlesen können Sie dies im Gesetz.

7. Gibt es bei Praktikanten noch mehr zu beachten?

Laut §2 Abs. 1a Nachweisgesetz müssen vor Start eines Praktikum die Lern- und Ausbildungsziele aufgeschrieben, unterschreiben und dem Praktikanten ausgehändigt werden.

8. Wer haftet für die Einhaltung des Mindestlohns?

In erster Linie haftet der Arbeitgeber. Allerdings darf eine Neuerung nicht unerwähnt bleiben: §3 des Mindestlohngesetzes verweist auf §14 des Arbeitnehmerentsendegesetzes. Darin steht, dass ein Unternehmer, der einen anderen Unternehmer beauftragt, für diesen bei der Zahlung des Mindestlohnes einsteht. Wann sich dies in der Praxis als wirklich relevant zeigt, können wir jedoch nicht sagen.

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