Die kurze Antwort ist: Ja, das rechnet Quick-Lohn automatisch aus.

Einige Hinweise vorweg

Üblicherweise werden bei Stundenlöhnern bei der Krankheitslohnfortzahlung der Stundenlohn (+eventuell AG-Anteil an vermögenswirksamen Leistungen und AG-Anteil zur Altersvorsorge) sowie bei gewährtem Urlaub der Stundenlohn (außer bei Baubranchen) weitergezahlt.

Das ist laut Entgeltfortzahlungs- bzw. Bundesurlaubsgesetz so aber nur dann richtig, wenn nicht regelmäßig Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, Provisionen oder ähnliche Zahlungen geleistet werden.

Ansonsten müssen diese Zahlungen anteilmäßig im Stundenlohn der Krankheitslohnfortzahlung berücksichtigt werden.

Wer also nicht regelmäßig obige Lohnbestandteile zahlt, kann weiterhin bei Krankheit, Feiertag und Urlaub wie bisher abrechnen. Bei Bau-, Maler-, Dachdecker-, Gerüstbaubetrieben ändert sich bei der Abrechnung des Urlaubs prinzipiell nichts.

Höhe der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§4 EFZG)

Hier gilt das sogenannte Lohnausfallprinzip, d.h. der Beschäftigte ist so zu vergüten, als hätte er gearbeitet.

Zu berücksichtigen sind alle Lohnarten, die gezahlt worden wären, wenn er nicht krank gewesen wäre. Dazu gehören neben seinem Stundenlohn:

  • Zuschläge für Sonntags-,Feiertags-, Nachtarbeit, wenn solche Arbeit in der Vergangenheit geleistet wurde und ohne Erkrankung hätte geleistet werden müssen
  • Gefahren- und Erschwerniszuschläge
  • Provisionen
  • Zahlungen mit ähnlichem Charakter


Es ist nicht immer einfach abzuschätzen, was der Mitarbeiter erhalten hätte, wenn er gearbeitet hätte. In etlichen Tarifverträgen ist deshalb festgelegt, dass auch ein Referenzzeitraum vor dem Erkrankungsmonat der Berechnung zu Grunde gelegt werden kann. In der Regel sind das 3 Monate.

Die von der Krankenkasse zu erstattenden anteiligen Arbeitgeberaufwendungen an Vermögenswirksamen Leistungen und Altersvorsorge werden vom Programm automatisch ermittelt.


Höhe der Urlaubsvergütung (§11 Bundesurlaubsgesetz)

(Gilt nicht für die Bauhauptgewerbe, Maler, Gerüstbau, Dachdecker!)

Das Urlaubsentgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen (praktischerweise den letzten 3 Monaten) vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes. Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.

In Quick-Lohn konnte man die Ermittlung auf Basis eines Referenzzeitraums schon immer über die Funktion >F3 - Durchschnittslohn< in der Lohnerfassung realisieren.

In letzter Zeit wird von den Rentenversicherungsprüfern verstärkt die Einhaltung dieser Gesetzlichkeiten kontrolliert. Sonntags-, Feiertags-, Nachtzuschläge sind nur dann sv-frei, wenn Sie für tatsächlich gearbeitete Stunden gezahlt werden.

Wenn Zuschläge anteilmäßig bei Krankheit gezahlt werden (es wurde nicht gearbeitet), sind sie beitragspflichtig.  Wenn sie nicht berücksichtigt wurden, obwohl das hätte passieren müssen sind somit SV-Beiträge "hinterzogen" worden, unterstellen die Prüfer und berechnen die Beiträge nach.

Das ist mittlerweile ein großes Problem insbesondere in der Gastronomie, aber nicht nur dort.

Unter anderem hat die DEHOGA (Dachverband Gastgewerbe) ihre Mitgliedsbetriebe vor einiger Zeit auf den Sachverhalt hingewiesen:

http://www.dehoga-bundesverband.de/branchenthemen/recht-aktuell/beitrag-auf-fiktiven-zuschlag-2014-11-15-1060/

Wenn Sie regelmäßig die obigen Lohnarten abrechnen, sollten Sie unbedingt Krankheits- und auch Urlaubslohn gemäß Gesetzeslage zahlen.

Das kann nach wie vor so geschehen, dass Sie in der Lohnerfassung mittels >F3 - Durchschnittslohn< den durchschnittlichen Stundensatz für zurückliegende Monate ermitteln.

Durschnittslohn Einstellungen in den Lohnarten

Sie können in der Lohnart Krankheitslohnfortz. unter Stammdaten / Lohnarten im Feld Fester Betrag/%-Satz die Berechnung des Stundensatzes fest einstellen und müssen dann nicht mehr daran denken, die F3-Funktion zu benutzen. Sie tragen Dx ein, der Durchschnitt der letzten x Monate wird ermittelt und automatisch in die Lohnerfassung eingetragen.

Analog gilt das auch bei Urlaubsentgelt und Feiertagslohnfortz.. Die Anzahl der zu berücksichtigenden Monate kann durch Tarifverträge von Branche zu Branche differieren.

Voraussetzung für eine korrekte Berechnung ist, dass in den Lohnarten der Schlüssel Durchschnittslohn richtig gesetzt ist.

Durchschnittslohn

0        Die Lohnart wird nicht berücksichtigt.

1        Nur der Betrag der Lohnart wird berücksichtigt, nicht eine dazugehörige Stundenzahl.

2        Betrag und Stunden der Lohnart werden berücksichtigt.

Bitte beachten Sie, dass auch Lohnarten zum Durchschnittslohn gehören, die nicht zum Mindestlohn rechnen (z.B. Zuschläge für Sonntags-, Feiertags-, Nachtarbeit.). Wenn Quick-Lohn auch den Mindestlohn überwachen soll, darf der Schlüssel Mindestlohn in diesen Lohnarten nicht 9 (wie Durchschnittslohn) sein.